Freitag, 6. Mai 2011

TAIWAN: Der neunte Tag - Gemeinsamer Konzertauftritt und Workshop an der Ku-ting elementary School in Taipeh








Diesmal sind wir wirklich früh aufgestanden. Wecken war um 6.20 Uhr, dann wurden die Koffer um 7.10 Uhr verladen und um 7.35 Uhr ging es los mit der Frühstückslunchbox im Bus nach Taipeh, das wir in gut 2 Stunden erreichten. Nur Chormanager Christof Hartmann ließ es sich nicht nehmen, auch an diesem Tag in der Frühe zu joggen, diesmal bereits um 4.30 Uhr, so dass er nach Duschen und Koffer packen genügend Zeit hatte, das Frühstück in der Breakfast-Hall zu genießen. Im Bus war es dann auf der ganzen Fahrt total still, damit der unterbrochene Schlaf fortgeführt werden konnte. Am Eingang der Schule mit über 1600 Schülern standen die Buben und Mädchen Spalier und begrüßten uns auf das Herzlichste. Dann ging es in den Konzertraum, wo Domkapellmeister Büchner mit seinem Chor noch das Muttertagslied MAMMA probte und dann auch gemeinsam mit dem Chor der Schule einübte, während ein 12jähriger Junge den Klavierpart professionell ausführt. An dieser Schule gibt es insgesamt 4 Musikklassen von der 4. bis zur 6. Klasse, wobei jede Klasse 30 Schüler hat. Außer normalen Fächern bekommen die Kinder auch professionelles Musiktraining, sie haben meistens Klavier als Hauptfach und noch ein Streichinstrument oder ein Schlaginstrument als Nebenfach. In ihrem Konzert für die Domspatzen brachte das Orchester zunächst die Ouvertüre der Oper "Der Barbier von Sevilla" von G. Rossini zu Gehör und dann ein "Lied" einer taiwanesischen Oper. Zum Schluss brachten Chor und Orchester der Musikklassen eine taiwanesische Suite zu Gehör. Die Domspatzen staunten nicht schlecht und setzten dann mit "Hosanna filio David", "O Domine" und "The lion sleeps tonight" das Programm fort. Gemeinsam wurden dann das Lied "Mamma" und das taiwanesische Volkslied "Firefly" vorgetragen. Mit zu Gast war auch der freie Journalist Klaus Badenhagen (www.taiwanreporter.de), der einen Bericht für den Bayerischen Rundfunk über die Reise der Domspatzen verfassen wird, welcher voraussichtlich am Montag, 9. Mai mittags um 12 Uhr in Ostbayern heute im Programm Bayern 1 zu hören sein wird. Danach wurden die Domspatzen im Laternen basteln unterrichtet, bevor es chinesisches Essen zu Mittag gab. Dann war bis 15.30 Uhr freie Zeit mit Fußball- oder Basketballspielen auf dem Gelände der Schule oder Umherschweifen in der Umgebung. Nach der Teilnehme am Workshop, der wiederum von 14.00 - 16.00 Uhr stattfand, gab es nochmals einen Durchlauf mit dem Solo-Tenor, der auch am Sonntag das MAMMA-Lied mitgestalten wird. Nur kurz war dann die Fahrt in das hervorragende Howard-Hotel, wo die Zimmerverteilung rasch über die Bühne ging und die Sänger bereits um 17.45 Uhr wieder in der Lobby standen für den Fußweg zum Abendessen, diesmal wieder im japanischen Stil. Eingeladen hatte der Schulleiter der Ku-ting Elementary School, wobei auch wieder das gesamte Betreuerteam des Earth Choir vor Ort mit dabei war. Einen interessanten Einblick in die Nachtmärkte konnten dann noch die Knabenstimmen gewinnen, bevor es diesmal um 21.45 Uhr hieß: "Licht aus".

Donnerstag, 5. Mai 2011

TAIWAN - Der achte Tag - Freizeit in Taichung - Donnerstag, 5. Mai 2011











Ein Tag zum Relaxen war angesagt. Frühstücken erst spät und dann eine fetzige Probe, damit auch das gewünschte Lied "Mamma", das ja von Heintje her weltbekannt ist, beim Auftritt in der National Symphony Hall in Taipeh auch gut interpretiert werden kann. Eine Vorprobe hierzu gibt es dann schon am Freitag beim gemeinsamen Treffen mit dem Chor der Ku-ting Elementary School in Taipeh. Vor der Abfahrt zum Mittagessen begrüßte die Generalmanagerin des Hotels den Chor persönlich, das übliche Gemeinschaftsfoto folgte und die Sänger stimmten noch "Sing we and chant it" an. Dann ging es zum Steakhouse mit Steak vom Rind oder Schwein oder Hähnchen. Zuvor eine hervorragende Tomatensuppe, zum Trinken gab es Grünen Tee, Ice Tee oder Mineralwasser. Den Nachmittag verbrachtet der Chor dann im National Museum of Natural Science, wo z.B. auch die Funktionsweise eines Geiger-Zählers demonstriert wird und die Knaben und Männer alle möglichen Präsentationen ausprobieren konnten. Dann ging es ins 3-D-Kino des Museums, wo ein eindrucksvoller Film über die Besteigung des Mount Everest gezeigt wurde, z.T. hautnah am Abgrund. Danach war noch Freizeit für Einkäufe und dann ging es wieder zurück zum Hotel, wo in einer einstündigen Probe das am Vormittag Einstudierte gefestigt wurde. Und dann ging es zum "unausweichlichen" Mc Donalds, Platz 1 auf der Hitliste der Bestellungen standen „Big Mäc und Pommes frites“. Danach war für die Knabenstimmen noch Möglichkeit zum Heimrufen via Skype und endlich mal die Gelegenheit, zu üblichen Zeiten ins Bett zu gehen. "Licht aus" hieß es diesmal um 21.15 Uhr, denn schon um 7.30 Uhr geht es am Freitag Richtung Taipeh, der letzten Station unserer Reise.

Mittwoch, 4. Mai 2011

TAIWAN: Der siebte Tag - Freizeit in Tainan - Mittwoch, 4. Mai 2011










Eigentlich ein bisschen verrückt, aber das war absichtlich so geplant. Nach dem Konzert in Taichung fuhren wir nämlich in der Nacht noch zurück nach Tainan in unser geliebtes Tayih Landis Hotel, um dort die letzte Nacht zu verbringen. Ankunft war um 0:30 Uhr und dann hatten alle wirklich genügend Zeit, um auszuschlafen und sich für den Tag zu rüsten, der vielfältige Besichtigungen in Tainan vorsah. Wecken war erst für 8.30 Uhr angesagt, dann Frühstück ab 9.15 Uhr und schließlich um 10.00 Uhr das Verladen. Um 10.30 Uhr waren alle Koffer verladen und es gab das große Abschiedsständchen in der Hotel-Lobby, wo auch das Benefizkonzert bereits statt gefunden hatte. Ein großes Lob an das Hotel-Personal und an die Chefin, die es sich nicht nehmen ließ, die Domspatzen persönlich zu verabschieden und es galt, ein Geburtstagskind zu feiern. Jonas Meier wurde zu seinem 12. Geburtstag herzlich gratuliert. Dann stand ein Kurztrip zu einem Tempel in Tainan auf dem Programm und anschließend wiederum ein ausgiebiges japanisches Mittagessen. Dabei ist es immer ein Gratwanderung, alle Geschmäcker und Wünsche zu erfüllen. Der Veranstalter verwendet jede Mühe, um uns die besten Köstlichkeiten des Landes in den führenden Restaurants anzubieten. Das Restaurant am Mittag hatte z.B. eine Michelin-Auszeichnung. Und für viele Sänger ist es einfach ungewohnt, neugierig zu sein, auch fremdländische Speisen zu probieren (Die McDonaldisierung ist schon ziemlich weit vorangeschritten...). Aber dennoch haben wir alle satt bekommen. Und dann hieß es "Auf zu den TenDrums", aber es waren dann nicht 10 Trommler, sondern "nur" sieben. Der Name kommt aber nicht von der Zahl "ten", sondern vom Gründer des Ensembles, der TEN heißt. Zunächst wurden wir durch ein Gelände einer früheren Zuckerfabrik geführt (unsere ehemalige Nachbarschaft ließ grüßen, hier steht im übrigen noch der hohe Turm), fuhren eine kürzere Strecke mit der Zuckerrübenbahn, einmal vor und einmal zurück und genossen dabei "Eis am Stil". Dann durften wir selbst uns als Drummer probieren, Knaben und Männer getrennt, da war aber was los und als ehemaliger Trommler beim Heeresmusikkorps IV war Domkapellmeister Büchner seinen Männerstimmen immer eine Nasenlänge voraus. Auch Herr Liebl saß am Schlagwerk, hatte er doch noch an der Kirchenmusikschule während des Studiums den Schlagzeugunterricht genossen. Dann gab es die große Show der TenDrums, die wirklich sehr beeindruckend war. 30 Minuten Trommeln ohne Unterlass. Anschließend fuhren wir zu unserem letzten Besichtigungs punkt, dem fort Provintia, das von der Washington Post zu den 10 wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Welt gezählt wird, denn dieses Fort steht auf den Fundamenten der Festung von 1653, die den Niederländern als Verwaltungssitz diente. Das Fort diente nach Vertreibung der Holländer den Taiwanesen als Sitz (1662 für Jheng Chenggong). Und dann wieder eine Überraschung, Abendessen in einem Restaurant mit japanischen Köstlichkeiten aus Meeresfrüchten und -tieren. Hier die ungefähre Reihenfolge der Gerichte
1.) Appetizer: drei verschiedene Arten von Fisch (Lobster etc.)
2.) Suppe, im Geschmack an einer Spargelcreme-Suppe
3.) Fisch
4.) Prann (?)
5.) Sushi in drei verschiedenen Variationen
6.) Schweinerippchen
7.) Seafood Ablone (?)
8.) Fried Chicken
9.) Fischsuppe mit Muscheln und Tofu
10.) Guave
11.) Eis am Stiel
12.) Melone, Apfel

Da blieb keiner hungrig und als weitere Überraschung konnten sich die Männerstimmen massieren lassen, um etwaige Verspannungen zu lockern. Die Frau von Reiseleiter Roger Hong und ihre Kollegin boten all ihre Kunst auf, um die Wünsche der Männerherzen zu erfüllen.

Doch dann hieß es um 19.15 Uhr endgültig Abschied nehmen von Tainan, wo wir nun 7 Tage zu Gast waren, um unser nächstes Nachtquartier in Taichung zu erreichen.
Um 21.15 Uhr waren wir dann im Howard Prince Hotel in Taichung, das zwei Häuser umfasst. Dort hatten unsere Gastgeber noch eine besondere Überraschung für unser Geburtstagskind bereitet: Jonas Meier bekam eine Geburtstagstorte und der Chor gratulierte nochmals mit "Zum Geburtstag viel Glück!"

Später am Abend lud der Domkapellmeister die Männerstimmen noch auf einen Umtrunk ein, um die Mitte der Reise ein wenig zu feiern, während für die Knabenstimmen um 22.30 Uhr es hieß "Licht aus".

Dank an dieser Stelle auch an das gesamte Team mit Domkapellmeister Roland Büchner an der Spitze, der zum richtigen Zeitpunkt unseren großen und kleinen Sänger auch die richtigen Worte der Ermutigung und Besinnung mitgibt, denn manchmal ist es nicht ganz einfach, allen Wünschen gerecht zu werden. Chorpräfekt Dominik Lindinger und Chortheologe Christian Hambsch arbeiten in der Betreuung der Knabenstimmen bestens zusammen und sind stets bemüht, auch für die Buben jede Stunde der Reise zum Erlebnis werden zu lassen. Unterstützt werden sie dabei von Präfektin Christine Eckert, die darüber hinaus mit eindrucksvollen Bildern nicht nur diesen Blog bereichert, sondern die gesamte Reise dokumentiert. Chorleiter Karl-Heinz Liebl, der alte Hase, war ja als Chorleiter bereits 1991 mit Georg Ratzinger in Taiwan und gab einige Jahre später auch schon Workshops im Land der 1000 Überraschungen. Er gibt wichtige Tipps, damit auch nichts übersehen wird. Chormanager Christof Hartmann versucht, die verschiedenen Wünsche der Gastgeber mit den Möglichkeiten der Domspatzen in Übereinstimmung zu bringen, was meistens gelingt.

Im übrigen: Das sagten einige Männerstimmen:
S.S. Die Leute sind sehr freundlich und zuvorkommend. Die Zeitumstellung haben wir zwischenzeitlich überstanden. Land und Leute sind ungeheuer interessant.
D.L.: Viele schöne neue Eindrücke sowohl visueller als auch kulinarischer Art. Es ist völlig ungewohnt, Autogramme schreiben zu dürfen und stets fotografiert zu werden.
N.N.: Daheim sind wir halt nur die Domspatzen, also nichts außerordentlich Besonderes, und hier geht es nach dem Konzert zu wie bei Tokio Hotel.

Montag, 2. Mai 2011

TAIWAN: Der sechste Tag - Konzert in Taichung - Dienstag, 3. Mai 2011






Mit neuer Energie starteten die 34 Knabenstimmen, 20 Männerstimmen und 6 Begleiter zusammen mit der taiwanesischen Crew in die 170 km nördlich gelegene Stadt Taichung, wo zunächst "Japanese Food" mit Vertretern der Stadtverwaltung von Taichung auf dem Programm stand. Ein vorzügliches Mittagessen mit zahlreichen verschiedenen Speisen wurde angeboten, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Auch bei dieser Gelegenheit konnte Domkapellmeister Roland Büchner dem Vertreter der Kulturbehörde ein Gastgeschenk der Stadt Regensburg überreichen. Dann war ein Workshop-Konzert vor über 300 Kindern der Kuang-fu Elementary School in der Konzerthalle von Taichung. Es handelte sich dabei um Schülerinnen und Schüler besonderer Musikklassen. Domkapellmeister Büchner führte schwungvoll durch das Programm, machte mit den Kindern Einsingübungen, sang gemeinsam den Kanon "Bruder Jakob" und gab kurzweilige Einführungen zu den verschiedenen deutschen Volksliedern und Folksongs aus aller Welt. Diese Einführungen wurden direkt in die tawanesische Landessprache übersetzt. Großen Erfolg erzielte der Chor dann mit dem Medley "Swing durch die Welt", das zahlreiche deutsche und internationale Volklieder umfasst. Danach war jede Menge Zeit für Unternehmungen in die nähere Umgebung der Konzerthalle, die von einem wunderschönen Park umgeben ist. Nach der gemeinsamen Probe mit dem Kuang-fu Elementary School Chorus hieß es nochmals das eigene Repertoire durchzugehen. Pünktlich um 19.30 Uhr begann dann das vierte Konzert der Tournee vor über 1000 Zuhörern.

Was die Buben so als erste Eindrücke empfanden, haben wir nachfolgend aufgeschrieben:

P. K.: Mir gefällt das Klima immer besser, anfangs war es überraschend heiß. Die Landschaft ist total schön und auch die Pflanzen. Das Hotel in Tainan ist super. Die Städte mit den hohen Häusern gefallen mir ebenfalls sehr gut. Die Straßen sind nicht so gepflegt wie in Deutschland und manchmal sieht es unordentlich aus. Toll, dass ich auf dieser Tournee dabei sein kann.

A. R.: Die Menschen sind sehr nett und lächeln immer.

F. K.: Die Temperaturen sind sehr angenehm, die Eindrücke sind toll und ich bin auf das nächste Hotel gespannt. Ich hoffe, dass die nächsten Konzerte auch schön werden.

E. B.: Das Wetter ist schön, es ist heiß, obwohl die Sonne nicht scheint, die Tempel sind schön und auch die Städte sind nicht schlecht. Man wird aber von Werbung überrollt.

P. H.: Die Temperatur ist zu heiß und die Luftfeuchtigkeit könnte niedriger sein und es könnte mehr regnen. Das Essen ist nicht so mein Geschmack, aber man kann es essen.

J. P.: Ich finde es hier sehr schön, manchmal ist es mir zu heiß und das Wetter macht mir ein bisschen zu schaffen. Die Stadt ist sehr schön, aber nicht so gepflegt wie bei uns und die Mücken nerven.

C. S.: Es gefällt mir hier gut. Es ist sehr spannend und interessant, sich hier in die Kultur und das Leben einzubringen, sich mit den Kulturen auseinander zu setzen und neue Erfahrungen zu sammeln. Ich finde es schön, dass wir schöne Ausflüge machen und Tempel besichtigen. Es könnte etwas kühler. Ich finde es schön, hier zu sein.

L. V.: Mir schmeckt das Sushi sehr gut, ich habe damit schon Geld verdient, weil ich z.B. 10 Scampi-Augen gegessen habe. Das Hotel ist schön. Die Workshops machen dann Spaß, wenn man merkt, wie sich die erwachsenen Taiwanesen für unsere Kultur des Singens interessieren. Manchmal könnte es in der Freizeit etwas entspannter zugehen. Aber die Fahrradtour in Tainan war einfach cool.

L. M.: Das Klima ist sehr interessant, denn es ist schwül, man sieht aber die Sonne nicht und es ist sehr warm und feucht. Die Feuchtigkeit tut der Stimme gut, da geht es einem viel besser, man kann viel besser singen. Ein Nachteil ist, dass man es ohne klimatisierte Räume nicht aushält, aber die Klimaanlagen schaden andererseits der Stimme. Es ist schade, dass so wenige Essen im Hotel stattfinden, denn dort schmeckt es besonders toll. Das Frühstück ist sehr lecker und reichhaltig. Die Zahl der Rollerfahrer ist unglaublich hoch, da kann nicht einmal Rom mithalten. Die Landschaft ist sehr schön, aber es ist schade, dass man nicht mehr davon sieht, weil wir die meiste Zeit Aktivitäten in der Stadt haben. Der Besuch in der Räucherstäbchenfabrik war sehr interessant.

S. F.: Mir gefällt es nicht so, dass es manchmal vor dem Konzert etwas hektisch zugeht. Das Hotel in Tainan gefällt mir sehr, sehr gut.

Der Nachsatz des Tages: Was wir einmal gesagt haben wollten (Alt): „Die Sopranisten werden immer bevorzugt.“

TAIWAN: Der fünfte Tag - Konzert in Kaoshiung - Montag, 2. Mai 2011









Der heutige Tag unserer Tournee begann ganz im Zeichen der Ruhe und der Erholung. So wurde der Vormittag dazu genutzt, einmal auszuschlafen¸ was auch ein Großteil der Sänger dankend annahm. Um 9.00 Uhr wurden die Knabenstimmen geweckt, um 9.30 Uhr traf man sich dann mit den Männerstimmen zum Frühstück im Hotelrestaurant. Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück stand für die Knaben eine Besprechung bezüglich des weiteren Programms für den Vormittag auf der Tagesordnung. Ein Teil machte sich mit den Präfekten Christine Eckert & Christian Hambsch auf zum Shoppen in Tainan, während der andere Teil im Hotel das Schwimmbad genoss und sich bei einer Runde Billard und mit der Möglichlichkeit, ins Internet zu gehen, vergnügte. Die Männerstimmen nutzten den freien Vormittag und sammelten neue Kräfte. Ehe es dann bestens gelaunt und relaxt zum heutigen Konzertort Kaoshing, der zweitgrößten Stadt Taiwans, ging (1 Stunde mit dem Bus von Tainan entfernt), stand für den Chor noch das Mittagessen in einem Pizza-Restaurant an. Zur Auswahl standen: High supreme Pizza, Hawaiian Pizza, Vegetarian Pizza (nur Herr Hambsch) und American Pizza (ohne Sausage, aber mit Double Cheese und Tomatoes). Zunächst dachten wir, dass eine Pizza für drei Sänger zu wenig sei, aber es war genau richtig dosiert und schmeckte lecker. Domkapellmeister Büchner und Herr Liebl waren schon zusammen mit Chylin Hong nach Kaoshiung gefahren, um den Workshop zu halten. Der Chor traf dann pünktlich um 15.00 Uhr ein und war auch pünktlich für den Workshop zur Stelle. Diesmal war Chor I eingeplant. Der restliche Teil der Gruppe vergnügte sich auf dem weitläufigen Gelände der Konzerthalle. Nachmittags gab es wieder „Coke and cake“ und nach der Stell- und Akustikprobe um 16.45 Uhr fand die gemeinsame Probe für „Heidenröslein“ und „Firefly“ um 17.50 Uhr mit dem Century Youth Choir statt. Dann gab es Backwaren der berühmtesten Bäckerei von Kaoshiung, doch wegen verspäteter Lieferung, zog sich der Chor zunächst um und stärkte sich erst dann für den Auftritt. Beim Konzert war als besonderer Ehrengast Kardinal Paul Shan, der emeritierte 87jährige Bischof von Kaoshiung zusammen mit seinem Nachfolger, Erzbischof Peter Liu Cheng-chung und dessen Sekretär anwesend. Auch Direktor Hugo PETER, den wir in Tainan am Sonntag kennengelernt hatten, freute sich sehr über das Konzert. Dieses wurde wiederum mit großem Beifall aufgenommen, wenn auch der „Jäger aus Kurpfalz“ fast aus seinem Sattel „gekippt“ wäre. Also weiterhin Hals und Beinbruch! Um 23 Uhr waren wir zurück im Hotel.

Sonntag, 1. Mai 2011

TAIWAN: Der vierte Tag: Gottesdienst und Konzert in Tainan - Sonntag, 1. Mai 2011













Nachdem wir gestern um 23.15 Uhr von Chia-yi zurückgekehrt waren, konnten die Knaben- und Männerstimmen sich gut ausschlafen. Dennoch war der telefonische Weckdienst für 7.15 Uhr bestellt und um 7.45 Uhr sollten die Letzten beim Frühstück sein. Das gelang fast ... Aber die Aufzüge im Hotel (4 an der Zahl) sind offensichtlich dem Ansturm der Domspatzen und der weiteren Gäste nicht so gewachsen. Also Geduld und gute Vorausplanung. Habe ich alles dabei, was angesagt wurde? Zum Frühstück im Konzertanzug, Rucksack mitnehmen, auf jeden Fall eine Flasche Wasser und natürlich ein Gastgeschenk, für alle Fälle. Und natürlich ganz wichtig: Den Stimmband nicht vergessen. Christof Hartmann machte sich mit Organisator Roger Hong gleich um 8.10 Uhr auf den Weg, um in der nur 5 Minuten zu Fuß entfernt liegenden Pfarrkirche St. Josef die organisatorischen Dinge vorzubereiten. Herzlich wurden beide vom Ortspfarrer und dem Schweizer Geistlichen Hugo PETER begrüßt, der bestens als Dolmetscher agierte. 10 Minuten später kam der Chor und konnte sich gleich in der Kirche einsingen. Kurz vor Beginn begrüßten Domkapellmeister Roland Büchner und Chormanager Christof Hartmann den Bischof von Tainan, Exzellenz Lin Chi-Nan. Dieser sagte gleich, dass er 2005 an der Weltbischofssynode in Rom teilgenommen habe und dabei den Chor im Konzert mit dem Heiligen Vater in der Audienzhalle Paul VI. gehört habe. Er war äußerst erfreut, dass wir gemeinsam den Gottesdienst feierten, der zweisprachig (chinesisch und deutsch) verlief. Die Predigt hielt Pfarrer Hugo PETER, der als Direktor auch eine Behinderteneinrichtung (geistig Behinderte, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen) leitet. Er betonte, dass Musik Herzen und Türen zu öffnen vermag, und dass Georg Bernhard Shaw einmal sagte, "Without art, the crudeness of reality would make the world unbearable" (Ohne die Kunst würde die Rohheit der Wirklichkeit die Welt unerträglich machen). Er dankte den Domspatzen für das Hiersein, durch das sie helfen,unsere oft allzu engen Herzen und Türen aufzutun. Im Anschluss gab es eine kurze Begegnung mit dem Bischof und Mitgliedern der Pfarrgemeinde mit Getränken und kleinen Häppchen. Dann ging es zu Fuß zurück zum Hotel, wo sich die Sänger umziehen konnten. Mit dem Bus fuhren wir ein japanisches Restaurant zum Mittagessen an und anschließend ging es zum Workshop in der Tainan City Culture Hall. Während der Domkapellmeister und Herr Liebl den Workshop auf der Bühne der Konzerthalle durchführten, konnten sich die Sänger ein wenig in den umliegenden Geschäften umsehen. Um 15.30 Uhr nahm dann eine Chorgruppe als "Demonstrationsobjekt" aktiv am Workshop teil und nach Stärkung mit "Cola and Cake" war die Probe für die gemeinsamen Lieder, wobei das Lied vom Glühwürmchen "Firefly" mit besonderen choreographischen Aspekten aufgeführt wurde ("Taschenlampen brennen auf komplett abgedunkelter Bühne"). Zur Stärkung gab es dann ein Sandwich und Wasser. Das Konzert begann pünktlich um 19.30 Uhr vor ausverkauftem Haus mit 1750 Zuhörern in Anwesenheit des Bischofs und des Oberbürgermeisters. Es gab einen Riesenapplaus und nach dem Konzert waren Kanben- wie auch Männerstimmen von den zahlreichen Fans umlagert. Der Abend klang aus mit einem Barbecue-Abend in einem Restaurant, an dem auch zahlreiche Sponsoren des Konzertes teilnahmen. Punkt 24.00 Uhr waren wir zurück im Hotel und dann ging es gleich ab ins Bett. Weckzeit: 9.00 Uhr.
Im übrigen: unsere Männerstimmen waren heute wieder fit, nur einer schwächelte noch. Aber das gibt sich bestimmt bis Montag.


TAIWAN: Der dritte Tag – Erstes Konzert in Chia-Yi - Samstag, 30. April 2011









Heute wurde es richtig spannend. Der erste Workshop und das erste Konzert standen auf dem Programm. Zunächst ging es mit zwei Bussen nach Chia-yi, wobei die gesamte Crew des Earth Choir bei den Männerstimmen mit im Bus war. Leider haben einige Männerstimmen die verschiedenen einheimischen Spezialitäten nicht so gut vertragen und waren dann ab Mittag außer Gefecht gesetzt, aber ein langer Schlaf und zurückhaltende Ernährung werden den Magen sicherlich bald wieder in richtiger Weise funktionieren lassen. Die Knabenstimmen sind da vielleicht etwas schlauer. Sie essen das, was ihnen schmeckt, davon aber nicht gleich große Mengen, sondern eher zurückhaltend und sind bisher von Magenverstimmungen verschont geblieben. Auch die Chorleitung erfreut sich an den einheimischen Köstlichkeiten. Vor dem Mittagessen besuchten wir eine Incense-Manufaktur, das heißt einen Betrieb mit Schau- und Ausstellungsräumen und einer kompletten Produktion von Räucherstäbchen. Dann gab es ein üppiges Mittagessen mit Truthahn, Forelle, Ente, Pfannkuchen, Melone, Tintenfisch, schwarzes Huhn, Riesengarnelen, usw. Wir aßen gemeinsam mit dem Hsin-kang Elementary School Chorus, der dann auch am Abend beim Konzert mitwirkte. Dann ging es um 13.15 Uhr in die Konzerthalle von Chia-yi, wo Domkapellmeister Büchner einen Workshop gab, bei dem der Chor im zweiten Teil Einsing- und Stimmbildungsübungen praktisch darstellte und dann auch zusammen mit den Teilnehmern einübte. Dann gab es Sandwiches und Wasser. Um 16.45 Uhr war gemeinsame Probe des „Heidenröslein“ und des taiwanesischen Liedes „Firefly“. Nach einem kurzen Fototermin hatte dann der Domkapellmeister ausgiebig Zeit, den Chor auf der Bühne für das abendliche Konzert einzusingen und vorzubereiten. Dann gab es zur Stärkung leckeren schwarzen Kuchen. Rasch waren die Sänger umgezogen und so begann das erste Konzert vor knapp 1000 Zuhörern pünktlich um 19.30 Uhr. Das gesamte Konzertprogramm wurde begeistert aufgenommen und die beiden gemeinsamen Lieder am Schluss erhielten tosenden Beifall. Um 21.30 Uhr war das Konzert zu Ende. Dann hieß es Umziehen und ab mit dem Bus ins Hotel im 150 Kilometer entfernten Tainan. Eine mit verschiedenen Brötchen bestückte Lunchbox sowie eine Reisgericht mit Schweinefleisch verspeisten die Sänger im Bus. Um 23.15 Uhr traf die gesamte Truppe müde, aber glücklich im Hotel ein.
Fazit: Wieder viele Erlebnisse, beste Betreuung, ein gelungener Konzertauftakt. So kann es weiter gehen. Und hoffen wir, dass die unpässlichen Männerstimmen auch wieder auf die Beine kommen.